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Giershagener Besonderheiten

Die Kluskirche ist die einzige erhaltene Wüstungskirche in Westfalen.

Erbaut wurde sie in der Mitte des 12. Jhts. als Pfarrkirche des Ortes Upsprunge (948 n.Chr. erstmals erwähnt).Die einschiffige romanische Kirche war Ziel einer alljährlichen überregionalen großen Wallfahrt, die mit einem päpstlichen Ablass verbunden war. Das Patronatsrecht besaßen die Herren von Padberg.

Nach den Zerstörungen des 30jährigen Krieges wurde die Kirche durch den Bredelarer Abt Absalon Hauk 1682 wieder aufgebaut und um ein quadratisches Joch und den Chorraum erweitert. Die jährliche Wallfahrt wurde wieder durchgeführt.

1690 wurde der wertvolle barocke Hochaltar von dem Giershagener Bildhauer Heinrich Papen geschaffen.

Im 7-jährigen Krieg wurde 1761 bei der Schlacht um Bredelar die Turmspitze abgeschossen. Das Dorf Upsprunge, das schon 1737 teilweise wüst lag, wurde gänzlich  zerstört und endgültig aufgegeben. Die Bewohner zogen nach Giershagen um.

Bis 1801 war die Kluskirche noch die Pfarrkirche von Giershagen. Danach verfiel sie und diente den Hirten und ihren Tieren als Unterstand.

1934 wurde die „verwahrloste“ Kirche gründlich renoviert. Die letzte grundlegende Renovierung von Kirche und Altar erfolgte 2010/11.

 

Die Mitglieder der Giershagener Bildhauerfamilie Papen waren die berühmtesten Bildhauer der Barockzeit in Westfalen.

Die Altäre, Skulpturen und Bildstöcke von Heinrich Papen (1645-1719) und seinem Sohn Christophel (1678 –1735) stehen in fast 50 Orten im Sauerland, Ostwestfalen und Nordhessen , u.a. im Paderborner Dom, in der Stadtkirche von Fritzlar und im Kloster Corvey.

Die Vorkommen von Alabaster, Marmor und Mehlstein in der Umgebung von Giershagen und Adorf waren die ideale Werkstoffbasis für den Werkstattstandort in Giershagen.

Seit ca. 300 Jahren wird in Giershagen aufgrund eines Gelübdes jedes Jahr am 2. Sonntag nach Ostern eine Pferdeprozession durchgeführt. Dieses Brauchtum ist einzigartig in Westfalen.

Der Knappenverein "Glück  Auf" Giershagen ist der einzige Knappenverein in Westfalen östlich des Ruhrgebietes.  Er bewahrt die Bergbautradition des Dorfes und besteht seit mindestens 1873. In diesem Jahre wurde die Fahne geweiht.
Nur in Giershagen hat sich der alte Sauerländer Brauch der Bergmannsmesse am Silvestertag gehalten. Sie wird seit 1873 jedes Jahr gefeiert, 2013 zum 140. Mal.