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Heiligenpatronate

Bergarbeiter: Agatha von Catania,

Bergleute: Antonius von Padua, Barbara, Anna

Die Berg- und Hüttenleute zeichneten sich stets durch Religiosität und Frömmigkeit aus. So war es auch im Raum Marsberg. Während die Bergleute allgemein vor allem die hl. Barbara als Schutzpatronin verehren, verehrten die Bergleute im Ostsauerland in besonderer Weise den hl. Antonius von Padua als ihren Schutzpatron. Ein Bild dieses Heiligen ziert auch die Fahne des Knappenvereins Giershagen. Dieser wird im Volksmunde „der Wiederbringer verlorener Sachen“ genannt und wird mit Vorliebe angerufen, wenn man etwas sucht. Mit diesem Patronat mag es zusammenhängen, wenn der hl. Antonius von den Bergleuten, die die Schätze im Innern der Erde suchen, als Schutzheiliger verehrt wurde.

Im Grubenbezirke Brilon wurde sein Gedenktag, der 13. Juni, durch einen Gottesdienst gefeiert, dem die Bergknappschaft beiwohnte.

In Marsberg hatten die Bergleute sogar eine eigene Antoniuskapelle. Sie stand vor der Stadt, etwa zehn Minuten vom Oestertore entfernt, unmittelbar vor dem Eingang in einen Kupferstollen. Der „Antonius-Schacht" erinnerte noch Anfang des 20. Jh. an die ehemalige Kapelle. Sie scheint im 16. Jahrhundert von der Gewerkschaft erbaut worden zu sein, und zwar zunächst zu dem Zweck, dass die Bergleute vor der Einfahrt in die Grube in ihr gemeinschaftlich das Gebet verrichteten. Sie hatte auf der südlichen Langseite den Eingang und mehrere Fenster, im Innern einen Altar mit den steinernen, lebensgroßen Statuen des hl. Antonius und der hl. Anna.

Auch die hl. Anna gilt als Schutzheilige der Bergleute. Überall in erzreichen, namentlich aber in silberreichen Gebirgen findet man St. Annenkirchen oder Annenkapellen; es sind sogar Städte nach ihr benannt, z. B. Annaberg im sächsischen Erzgebirge. Auch in Marsberg hielten die Bergleute früher die hl. Anna hoch in Ehren. Daraus erklärt sich das öftere Vorkommen der Annenbilder in den hiesigen Kirchen. (Stiftskirche, Niedermarsberg St. Magnus, Pfarrkirche Essentho: ehem. Annaaltar der Kapuzinerkirche, früher auch in der Antoniuskapelle)

Auch in der Kluskapelle steht am Altar eine Antonius-Statue, allerdings nicht die des Antonius von Padua, ebenso eine Agatha-Statue, die als Schutzpatronin der Bergarbeiter gilt.

Aber auch die hl. Barbara wurde in Marsberg verehrt. In der Stiftskirche der Oberstadt bestand eine eigene St. Barbarabruderschaft. Im Jahre 1446 verkauft Johann Baistark dem Dekan der St. Barbarabruderschaft für den St. Benediktus-Altar eine jährliche Rente von zwei Solidi aus seinem Hause in Marsberg.