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Die Methoden des Erzabbaus änderten sich im Laufe der Zeit. Im frühen Mittelalter wurde zunächst „von oben nach unten“ abgebaut. Ab 1600 setzte sich zunehmend das Prinzip „von unten nach oben” durch.

 

Tagebau

Viele Lagerstätten sind anfangs durch Ausbisse der Erzgänge (Sichtbarkeit an der Erdoberfläche nach Erosion) gefunden worden. Die Erze wurden durch Ausgrabung in offenen Gruben (Tagebau) gefördert.

Weitungsbau

Dem Erzgang folgend wurden später Schächte gegraben. Diese glichen Brunnen und hatten unten als Nebengänge Löcher, worin die Bergleute nur kriechend oder liegend arbeiten konnten. Vom abgeteuften Schacht aus wurde das Lager im sogenannten Weitungsbau nach allen Seiten „von oben nach unten” abgebaut. Das Erz musste mühsam durch den Schacht nach oben transportiert werden.

Die Schächte im harten Gestein waren sehr eng, oft nur 0,50 bis 1 Meter im Quadrat, ohne Sprossenleitern. In dem recht standfesten Diabas war ein stabilisierender Ausbau des Schachtes nur in seltenen Fällen erforderlich. Größere Durchmesser hatten Schächte im weichen Gestein. Zur ihrer Abstützung wurden junge, reifenartig gebogene Eichenstämmchen in den Schacht eingebaut. Man konnte solche Schächte bei den alten Kupfergruben in der Nähe von Borntosten um 1930 noch sehen.

Doppelschächte

Mit zunehmender Tiefe reichte der einfache Schachtbau nicht aus. Die Bergleute legten nunmehr einen zweiten Schacht an, der parallel zum ersten mit einem Achsabstand von 4 bis 8 m in die Tiefe ging. Diese Schächte mündeten in den gleichen Abbauhohlraum und sorgten für die notwendige Luftzirkulation (Bewetterung) in der Grube. Außerdem stand so ein zweiter Schacht zur Verfügung, der ebenfalls zur Förderung und Entwässerung, aber auch als Sicherungsschacht bei Gesteinsturz verwendet werden konnte.

Mit dieser Technik erreichte man die Eisensteinlager in einer Tiefe von 4 bis 8 Lachtern (ca. 8 bis 16 m). Gegen Ende des 18. Jahrhunderts betrugen die Teufen bis zu 15 Lachter (ca. 30 m). Stellenweise wurden Schächte bis zu 20 Lachter (ca. 40 m) tief gebaut. Die Grundwasserlinie bildete bei dieser Art des Abbaues die technische Grenze in der Tiefe.

Ein Beispiel für die typischen Doppelschächte ist heute noch bei dem Pingenzug auf dem Schmalental zu sehen.

Firstenbau

Ab 1600 änderte sich die Abbaurichtung. Man teufte Schächte ab und fuhr Stollen auf. Dann baute man das Erzlager von unten nach oben ab. Da der Abbau am First (Decke oben) erfolgte, nannte man diese Abbauform „Firstenbau”. Das Erz „fiel” nach unten und wurde mit Hund(t)en (Loren ohne Kippvorrichtung) durch Stollen aus dem Bergwerk transportiert.

 

Firstenbau ist ein Verfahren mit und ohne Versatz für steil einfallende Lagerstätten.

Von der Förderstrecke wird ein Überhau angelegt, aus dem die Firstenstrecke aufgefahren wird.

Vom Überhau beginnt der Abbau nach einer oder nach beiden Seiten. Nach Abbau wird der entstandene Leerraum mit taubem Gestein oder von über Tage zugeführtem Gestein (Berge) verfüllt (versetzt). Der Versatz dient als neue Arbeitsfläche.

Das Erz wird durch (Sturz-)Rollen, die in den Versatz gemauert werden, auf die Fördersohle abgerollt. Dort wird es in Hunde abgezogen (Gruben Reinhard, Christiane, Eckefeld und Charlottenzug).

 

Firstenstoßbau

ist eine Variante des Firstenbaus, der im 20. Jh. angewandt wurde. Hierbei erfolgt der Abbau in Stößen, die bis zu  200 m vorgetrieben werden (Grube Webel 1938-63).

Magazinbau

ist eine weitere, aber versatzlose Variante des Firstenbaus. Das Erz wird im entstandenen Hohlraum belassen und dient als neue Arbeitsfläche. Erst nach Abbau der gesamten Schwebe wir das Erz abgezogen. (Grube Ferdinand).

Kammer-Pfeiler-Bau

ist ein versatzloses Verfahren bei schwach einfallenden Erzlagern. Zur Abstützung der Hohlräume bleiben Pfeiler aus Erz stehen. Dadurch spart man Holzeinbauten oder Verfüllung, verzichtet aber auf einen Teil des gewinnbaren Erzes (Gruben Eckefeld und Hubertus).